Übersicht
Linie 3 zum EKZ West nach drei Jahren Bauzeit eröffnet
Erster Abschnitt des Tram-Westkorridors in Betrieb
12/14/2012
12/15/2012

< Zurück



Tw 315 rollte als Premierenfahrt mit Feuerwerk über die Unibrücke.

Bitte anklicken zum Vergrößern!
Heute um Punkt 17 Uhr war es so weit: Flexity Outlook Nr. 315 erreichte als Premierenwagen, begleitet von Feuerwerk und Blasmusik und eigenhändig gesteuert von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, die Universitätsbrücke, wo er von der anwesenden Polit-Prominenz und einer interessierten Menschenmenge begrüßt wurde.

Mit ihm startete auch der Tram-Shuttle-Service zwischen Hauptbahnhof und "West", der, in dieser Reihenfolge, mit den Tw 315, 304 und 311 durchgeführt wurde. In der Innenstadt gewendet wurde über die Parallelweiche Bruneckerstraße.
Zwischendurch gab es für Interessierte auch die Möglichkeit, in den historischen Tw 28 und 19 der TMB mitzufahren, die auf der selben Strecke pendelten. Mit Tw 28 war am 12. Dezember bereits eine Probefahrt auf der Neubaustrecke durchgeführt worden.

Schon 1908 tauchten erstmals Pläne zur Erschließung der westlichen Stadtteile am orografisch linken Innufer auf. Die projektierte "Dörferbahn" einer privaten Gesellschaft hätte ihren Ausgangspunkt beim Bahnhof Hötting gehabt, also in etwa dort, wo jetzt auch die Linie 3 endet. Die Gleise wären nach Osten über die Höttinger Au verlaufen, dann allerdings auf der linken Innseite geblieben und hätten über Mariahilf, St. Nikolaus, Mühlau, Arzl, Rum und Thaur bis Hall geführt. Sie wurde nie realisiert.

Erst 1980 war wieder von einer Straßenbahnerschließung der Höttinger Au die Rede. Das damalige Vorhaben sah zwei neue Straßenbahnlinien, eine ins Olympische Dorf und eine in die Höttinger Au und weiter ins südwestliche Hötting, vor. Die Straßenbahn verlor das Rennen allerdings gegen den vermeintlich kostengünstigeren O-Bus, dem die Politik schließlich den Vorzug gab.

Dennoch war der O-Bus nur ein Vorlaufbetrieb für die Straßenbahn. Weil die Fahrgastzahlen auf der wichtigsten Ost-West-Verkehrsverbindung der Stadt stetig stiegen und die Linie O sich ihrer Kapazitätsgrenze näherte, wurde 1999 von Stadtsenat und Gemeinderat erstmals der Ausbau der Straßenbahn in dieser Relation beschlossen. Da das Land Tirol ebenfalls eine neue Schienenverbindung plante, mit der aber die ganze Metropolregion in Ost-West-Richtung abgedeckt werden sollte, führte man beide Vorhaben zusammen, was im sogenannten "Straßenbahn- und Regionalbahnkonzept" und einem Finanzierungsvertrag zwischen Land und Stadt gipfelte, der 2004 beschlossen wurde und noch weitere Ausbaumaßnahmen enthielt.

Die ersten neuen Schienen nach diesem Konzept wurden bereits 2004 beim Neubau des Südtiroler Platzes gelegt. Ein Richtung Osten führendes Gleisstück vom Ende der Salurner Straße bis zum Anfang der Brunecker Straße wurde in diesem Jahr als Vorleistung gebaut, aber auch eine bis heute ungenutzte Gleisverbindung in Richtung Südbahnstraße.

2005 wurden weitere Mosaiksteine gelegt: eine Gleiskreuzung an der Kreuzung Bürgerstraße und Anichstraße und die Erneuerung des zweiten Gleises in der Anichstraße samt einem neuen Gleisstück bis in die Maria-Theresien-Straße auf Höhe der Hausnummer 33.
Politische Streitigkeiten und mehrfache Umplanungen führten 2010 schließlich zu einem um zwei Jahre verspäteten Baubeginn.

Seit 2010 laufen die Bauarbeiten jedoch, und bis zur Fertigstellung des neuen Grundnetzes soll es nach dem Willen der Stadtführung keine Bauunterbrechungen mehr geben. Das Grundnetz wird aus der Straßenbahnlinie O bestehen, die mit Ausnahme des entfallenden Streckenastes nach Allerheiligen ziemlich genau der Buslinie O entspricht, und aus der Stadtbahnlinie Völs - Hauptbahnhof - Rum, die in den Stadtteilen Hötting, Pradl, Reichenau und O-Dorf die Gleise der Linie O mitnutzen wird.



Cabview-Video von einer Probefahrt am 28. November, Teilabschnitt Bachlechnerstraße bis Anichstraße

Anklicken zum Vergrößern!


Tram-Shuttle am Eröffnungstag und neuer Linienverlauf

Bitte anklicken zum Vergrößern!
Grafik: IVB
Die Linie 3 wird während der Bauzeit der Strecke ins O-Dorf die Strecken nach Technik-West und in die Peerhofsiedlung mitbedienen und danach wieder bis zum Einkaufszentrum West gekürzt werden. Langfristig soll eine weitere Neubaustrecke von der Höttinger Au in die Layrstraße abzweigen und die Linie 3 dann den heutigen Westast der Buslinie R ersetzen, dafür gibt es bis dato allerdings erst Grundsatzbeschlüsse von Stadtsenat und Gemeinderat und Trassensicherungsmaßnahmen.

Die heute eröffnete Verlängerung vergrößert das Straßenbahnnetz um rund zwei Kilometer. Neben den zwei Kilometern Doppelgleis musste dafür auch die Südhälfte des Innenstadtrings auf einer Länge von rund 1,3 Kilometern durch ein zweites Gleis ergänzt werden.




Die Signale und Weichen
am Zwischenwendebahnhof Hötting

Bitte anklicken zum Vergrößern!
Grafik: IVB
Die Neubaustrecke verläuft außerhalb der Innenstadt weitgehend auf vom Individualverkehr getrennten Fahrbahnen, die auch von Buslinien mitbenutzt werden. Die Straßenbahn wird an allen Lichtsignalanlagen gegenüber dem Individualverkehr bevorzugt.

Am Zwischenwendebahnhof in Hötting (Bild rechts) ist derzeit ab der Weiche vom Streckengleis ins Wendegleis nur das Gleis 3 verwendbar. Zum Wenden fahren die Triebwagen in Gleis 3 bis zum Prellbock, dort wird die Fahrtrichtung gewechselt und über die Rückfallweiche in die Warteposition vorgefahren. Auf diese Weise haben zwei Triebwagen im Wartegleis Platz. Es gibt dort auch einen eigenen kurzen Bahnsteig für das Fahrpersonal.



Das rote Band wird durchschnitten.

Bitte anklicken zum Vergrößern!
In ihrer Eröffnungsansprache vor dem Einkaufszentrum "west" ließ die Bürgermeisterin unter anderem durchklingen, dass die Verlängerung der Stadtbahnlinie Völs - Rum nach Hall aus Sicht des Landes nach wie vor aktuell sei.

Am Westkorridor und im Abschnitt Sillpark bis Leipziger Platz wird ab dem kommenden Frühjahr weiter gebaut. Das gesamte neue Grundnetz soll in rund acht Jahren fertig sein.

Eine Fotoserie mit 29 Fotos vom Eröffnungstag befindet sich > hier in den Fahrzeug-Fotogalerien.

:
Tw 312 als erster Plankurs gegen 6:15 Uhr beim Wenden in Hötting
Tw 312 als erster Plankurs der in den Westen verlängerten Linie 3 gegen 6:15 Uhr beim Wenden in Hötting.

Bitte anklicken zum Vergrößern!

Foto: Walter4041
Planmäßig um 5:50 Uhr fuhr heute Tw 312 als erster Plankurs der in den Westen verlängerten Linie 3 von Amras ab.
Die Straßenbahnen waren den ganzen Tag über gut gefüllt, am Nachmittag sogar stehplatzvoll, viele Menschen wollten die neue Tramstrecke kennenlernen und nutzten dazu die von den IVB an alle Haushalte versandten Gratistickets.

Auch wenn einiges noch nicht richtig rund lief - von trotz Funkanmeldung zu langen Ampelwartezeiten über einige falsch programmierte Smartinfo-Anzeigen bis hin zu überfüllungsbedingten Verspätungen - kam es bis zum Abend zu keinen gröberen Problemen.

Ein Schienenbruch im Bereich der schon seit längerem ramponierten Baustellenweiche auf der Friedensbrücke sorgte schließlich ab 18:50 Uhr dafür, dass alle Straßenbahnfahrzeuge frühzeitig durch Schienenersatzbusse ersetzt werden mussten. Der Schienenersatzverkehr bleibt baustellenbedingt bis kommenden Mittwoch, den 19. Dezember, aufrecht.

> Fotoserie "Eröffnungsfest Linie 3 bis EKZ 'west'" mit 29 Bildern in den Fahrzeugfoto-Galerien

> Diskussion über die Erstbefahrung der Strecke Anichstraße - Höttinger Au im Forum
> Diskussion über die Eröffnungsfeier dieser Neubaustrecke im Forum
> Diskussionsthema "Generaldiskussion Tram-Ausbau und Stadtbahn" im Forum

Fotodokumentationen der zu dieser Neubaustrecke gehörenden Bauetappen:

> Gleisbaustelle Westkorridor
> Gleisbaustelle westliche Anichstraße bis Universitätsbrücke, fertiggestellt 2011
> Gleisbaustelle Maria-Theresien-Straße Süd, fertiggestellt 2011
> Gleisbaustelle Salurner Straße, fertiggestellt 2011
> Gleisbaustelle Europahauskreuzung und Brunecker Straße, fertiggestellt 2010
> Östliche Anichstraße / Kreuzung Maria-Theresien-Straße, fertiggestellt 2005
> Südtiroler Platz, fertiggestellt 2004



(mps)

< Zurück